Ben, ein bissiger Hund aus dem Tierheim

Unsere Geschichte..

Wir, dass sind Ben (Deutscher Schäferhund) und ich, sein Frauchen.  

Nachdem meine Schäferhündin plötzlich verstorben ist, haben wir uns im Tierheim nach einem neuen Hund umgeschaut und haben unseren Ben, damals 18 Monate, entdeckt. Ich setzte mich zu ihm ans Gitter, er kam zu mir, leckte mir die Hand und es war um mich geschehen. Nun ja, man sagt ja nicht umsonst, dass der Hund seinen Menschen aussucht.

Er wurde uns als sozialverträglich vorgestellt. Das war er auch, zunächst.

Wir besuchten 3 Monate eine Hundeschule in einem SV Verein. Der Trainer sagte mir, dass

Ben wohl erst in 6 Wochen sein „wahres Gesicht“ zeigen wird, so war es dann auch. Es folgten lange und sehr nervenaufreibende Monate.

Sein Problem, starke Aggressivität anderen Hunden gegenüber, egal ob Rüde oder Hündin.

Nur wenn er schon einen Hund von Weiten gesehen hat, löste er aus. Ich war nicht in der Lage mit ihm an anderen Hunden vorbei zu gehen. Er war so aggressiv und so in seiner Wut gefangen, dass ich nicht zu ihm durchgedrungen bin. Dann habe ich einen Fehler gemacht. Damit ich ihn besser unter Kontrolle halten konnte, griff ich ins Halsband. Da er seine Aggression jetzt nicht mehr nach vorne bringen konnte, kam es zum Übersprung, dabei hat er mich in den Unterleib gebissen. Auch wurden bei anderen Hundebegegnungen meine Arme von Bissen nicht verschont. Meine Unsicherheit mit ihm wurde immer größer, dazu kam noch die Angst anderen Hunden zu begegnen. Ben machte einsam!

 

Ich war verzweifelt, zumal es mein dritter Schäferhund war, ich jahrelang intensiv Hundesport betrieben habe, konnte ich ihn nicht „lesen“. Ein erfahrener Hundetrainer musste her, die lange Suche begann. Unter unzähligen Hundeschulen, fand ich dann den Leitwolf.

Mir gefielen die Trainingsmethoden und die Philosophie.

 

Bei den ersten Einzelstunden mit Nicole, stellte sich schnell heraus, dass Ben ein Problem mit der Leine hat. Da ich bei Hundebegegnungen auch noch ins Halsband gegriffen habe, kam es bei ihm zum Übersprung. Wir entschieden uns dann, zu seinem und vor allem auch zu meinem Schutz, für einen Maulkorb.

Damit Ben sich an Hundebegegnungen gewöhnt, haben wir an den geführten Spaziergängen teilgenommen. Ich werde den ersten niiie vergessen. Inmitten von 20 Hunden aller Rassen, wir!!!!
Das heißt eigentlich nur Ben. Bei dem Anblick der Masse an Hunden, war ich gedanklich schon zu Hause. Blut und Wasser habe ich geschwitzt. Was ist, wenn sich die Hunde eine Beißerei liefern? Mein Hund hat einen Maulkorb, kann sich nicht wehren? Und so weiter. Ben hatte mit meinen Gedanken wohl nichts am Hut, er war weit davon entfernt eine Rauferei anzufangen. Ich, war die jenige mit dem Kopfkino. Bei den nächsten Spaziergängen, konnte er sogar frei an der Schleppleine laufen, noch mit Maulkorb versteht sich. Bei all den Spaziergängen, keine Vorfälle mit ihm. Dank der Hilfe und Trainingsmethoden der kompetenten Trainerinnen des Leitwolfteams, war die Erste Hürde genommen, ich war glücklich! Aber, wir waren noch lange nicht am Ziel!

 

Nicht nur Ben musste noch lernen, sondern vor allem auch ich. Konzentration und Kommunikation, Eingrenzung, Ruhe schaffen usw., das ganze Programm halt. Da Ben nur schon bei dem Kommando „Sitz“ ausgelöst hat, sind die Kommunikationsübungen sehr wichtig um sich gegenseitig zu verstehen. Es müssen eindeutige Signale vom Gegenüber ausgehen, so das der Hund auch verstehen kann was gerade vom ihm verlangt wird. Mit Hilfe von Nicole, sind wir da schon ein ganzes Stück weiter. Ich kann ihm jetzt ohne Kommando „Sitz“ und „Platz“ vermitteln, ohne Gegenwehr. Auch lernen wir durch die Kommunikation eine gemeinsame Sprache.

Im Laufe der Zeit haben wir auch gelernt uns gegenseitig zu vertrauen, was ehrlich gesagt meinerseits gar nicht so einfach ist, mit den Vorerfahrungen! Mittlerweile ist auch der Maulkorb Geschichte, ein großer Schritt. Zusammen mit Nicole haben wir Ben Alternativen geboten, mit denen er und auch ich, Hundebegegnungen besser ertragen kann. Um ihn auch weiter körperlich und geistig auszulasten, gehen Ben und ich zum Mantrailing beim Leitwolf. Das macht ihm und mir super viel Spaß und er kann dann so richtig arbeiten.

 

 

 

 

 

 

 

Arbeiten müssen wir auch noch an der Klärung „meins“ und „deins“, eigentlich die schwerste Übung, da Ben einen sehr starken Beutetrieb hat. Ich denke aber, dass bekommen wir auch noch hin, wir arbeiten daran.

 

Auch wenn ein Hund Probleme hat, welcher Art auch immer, es lohnt sich, zu kämpfen!!

Dabei ist es sehr wichtig nicht aufzugeben, oder die Geduld zu verlieren! Ich habe erlebt, dass man alle Probleme in den Griff kriegen kann mit Hilfe vom Leitwolf. Ehrlich, es lohnt sich!!

Danke an alle aus dem  Team.

 

Christiane und Ben

Erstellt am 01/03/2012 von Christiane und Ben