Die drei Säulen des Respekts – Basis der Beziehung

Alle grundlegenden Probleme im Alltag können auf diese Säulen und ihren Effekt auf die Beziehung zum Menschen herunter gebrochen werden. Wir müssen alle Säulen mit dem eigenen Hund ausgearbeitet haben, denn sie sind nicht isoliert zu betrachten, sondern greifen in einander. Die Übungsmöglichkeiten sind unerschöpflich und je mehr Phantasie und Liebe man in diese Übungen legt, desto mehr wird man den Erfolg und die Kommunikationsbereitschaft des Hundes spüren.

1. Säule: Jederzeit Ruhe erzeugen zu können

Unseren Hund aus jedem Erregungslevel in die Ruhe und Entspannung bringen zu können, so, dass er liegt, der Puls sich beruhigt hat und jede Anspannung aus dem Körper gewichen ist.
Kann ich jederzeit Ruhe erzeugen, kann ich immer dafür sorgen, dass mein Hund überhaupt in der Lage ist, mit mir zu kommunizieren.

2. Säule: Eingrenzung

Eingrenzung bedeutet Einschränkung - Die erste Eingrenzung ist die Leine. Mit ihr hat der Hund nur einen vorgegebenen Radius, den er einhalten soll. Alles, was darüber hinausgeht, soll ihn nicht so motivieren, dass er beginnt, gegen das Ende der Leine zu kämpfen. An der Leine zu gehen, ist wie Händchen halten und Orientierung am Menschen ohne Kommando.

Eine weitere Art der Eingrenzung ist es, den Hund auf einer Stelle begrenzen zu können, ohne dabei auf Hilfsmittel wie Festbinden oder einsperren zurück zu greifen, und ohne ein erlerntes Kommando zu benutzen. Kann ich meinen Hund in jeder Situation durch meine Körpersprache eingrenzen, bin ich in der Lage zu jeder Zeit die Dinge zu klären, die ihm schaden oder andere gefährden könnten.

Eine Grenze zu setzen, bedeutet niemals Schmerz zuzufügen oder Gewalt anzuwenden. Denn weder Angst, noch Schmerz oder massive Verunsicherung sind die Basis für eine stabile Beziehung.

3. Säule: Situativer Verzicht (Meins und Deins)

Hunde beanspruchen die Dinge für sich, die ihnen in diesem Moment wichtig sind. Das kann eine Beute (Spielzeug) genauso sein, wie Futter, menschliche Nähe oder der geliebte Hundekumpel. Dabei beanspruchen sie diese Dinge in den seltensten Fällen dauerhaft, sondern fast ausschließlich situativ.

Im Gegensatz zu Menschen, die Dinge, die ihnen gehören und die sie schützen wollen meist wegstecken (z.B. in der Jacke verstecken, hinterm Rücken verstecken, einpacken), gehen Hunde ganz anders vor. Dinge, die sie beanspruchen präsentieren sie ihrem Gegenüber. Und je nach Reaktion verteidigen sie sie und testen dann wieder aus, ob das Gegenüber den Besitzanspruch verstanden und akzeptiert hat. Sie sind erst zufrieden, wenn dieses Ziel erreicht ist und das Gegenüber uneingeschränkt den Verzicht erklärt hat.

Für uns ist es elementar, ebenso vorgehen zu können, Dinge die uns und/oder dem Hund wichtig sind, jederzeit beanspruchen zu können und in einer anderen Situation dann wieder mit ihm zu teilen. Situativ und willkürlich – wie es bei Hunden der Fall ist. Dabei geht es auch hier weder um physische Überlegenheit, Kommandos oder ärgerliche Worte, die den Hund hemmen und zur Herausgabe bringen sollen, sondern unsere Körpersprache. Gezielte Signale, eindeutige Gesten statt Zorn, Wut, Verzweiflung, Kasernenton oder gar Hilflosigkeit, weil der Hund den teuren Schuh nicht mehr hergeben will.
Wenn wir nicht jederzeit in der Lage sind, einen situativen Verzicht einzufordern, werden wir auch nicht in der Lage sein, das Kaninchen, die Nachbarskatze, die Geburtstagstorte oder das eigene Abendessen zu verbieten.

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