Für Ihr Hundetraining: Dominanzverhalten verstehen

Dominanz wird oft als Eigenschaft eines Individuums angesehen. Sie ist aber keine Eigenschaft, sondern wird immer in einer Beziehung ausgearbeitet und hat als solche normalerweise eine individuelle Vorgeschichte. Dominanz betrifft immer nur diejenigen Individuen, die im direkten Kontakt zueinander stehen. Laienhaft wird sie auch oft mit Aggression gleichgesetzt.


Dominanz ist primär das Ergebnis einer aktiven Leistung des Rangtieferen und zwar dadurch, dass er dem Anderen einen ungehinderten Zutritt zu einer Ressource ermöglicht oder dem Anderen auf andere Weise gestattet, seine Interessen jederzeit verfolgen zu können.

Daraus folgt, dass Dominanz nicht nur mit Ressourcen zu tun hat. Auch eine Entscheidung, ob der Hund nun spielen möchte oder den Spielantrag ablehnen darf ... oder ob der Hund Körperpflege erdulden muss oder diese selbst ausüben darf, ist eine dominanzabhängige Entscheidung. Wichtig ist eben, dass der Dominante seine Interessen immer durchsetzen kann.

(Quelle: Dr. Udo Gansloßer - Verhaltensbiologie für Hundehalter 2007)